Firmen im Handelsregister

Einzelfirma

Dies ist noch die einfachste Form einer Firma. Meist stellt sich zunächst die Frage, ob die Firma überhaupt im Handelsregister eingetragen werden muß oder soll. Ein kleinerer Handwerksbetrieb braucht eine solche Eintragung nicht. Die Entscheidung darüber, wann die Firma im Handelsregister eingetragen werden soll, hängt vom Umfang der Geschäftstätigkeit ab. Häufig ist eine Empfehlung des Steuerberaters ausschlaggebend. Bestimmte „Firmen“, zum Beispiel Apotheker, müssen in das Handelsregister zwingend eingetragen werden.

Der Antrag auf Eintragung der Firma muß notariell beglaubigt werden. Die Firma wird dann als „e. K.“ (eingetragener Kaufmann / eingetragene Kauffrau) im Handelsregister eingetragen.

Offene Handelsgesellschaft

Finden sich zwei (es können auch mehr sein) Personen zusammen, die ein Handwerk, einen Handel zusammen betreiben wollen, so handelt es sich um eine sogenannte „BGB-Gesellschaft“, und zwar auch dann, wenn dies niemand ausdrücklich erklärt oder schriftlich festhält. Eine solche Firma ist noch nicht im Handelsregister eingetragen. Deshalb ist auch der Gang zum Notar nicht notwendig.

Zur offenen Handelsgesellschaft wird der Zusammenschluß von mehrerer Gesellschafter dann, wenn die Firma im Handelsregister eingetragen werden soll. Auch hier ist eine notarielle Anmeldung erforderlich. Mit der Eintragung wird die Firma zur „OHG“.

Kommanditgesellschaft

Die Kommanditgesellschaft (KG) ist – ähnlich wie die OHG – ein Zusammenschluß mehrerer Gesellschafter. Die KG besteht aus (mindestens einem) „persönlich haftenden Gesellschafter“, der, wie der Name sagt, für die Schulden der Firma persönlich haftet, und (mindestens einem) Kommanditisten, dessen Aufgabe es ist, der Firma eine bestimmte Geldsumme zur Verfügung zu stellen. Danach nimmt der Kommanditist nur noch am (hoffentlich reichlichen) Gewinn der Firma teil.

die KG muß mit notarieller Beglaubigung beim Handelsregister angemeldet werden.

Die häufigste Form der Kommanditgesellschaft ist die „GmbH & Co. KG“, eine Konstellation, die aus steuerlichen Gründen gewählt wird.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Für die Gründung einer „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ ist ein Gesellschaftsvertrag („Satzung“) und ein notariell zu beurkundender Gründungsbeschluß erforderlich. Bereitgestellt werden müssen der Gesellschaft mindestens 25.000,00 €. Gründen mehrere Gesellschafter eine GmbH, reicht zunächst die Einzahlung der Hälfte, also 12.500,00 €. Die Gesellschafter müssen sich aber verpflichten, den Rest auf Anforderung nachzuzahlen.

Bei der GmbH haftet für Verbindlichkeiten der Gesellschaft nur das Vermögen der GmbH selbst. Bankkredite werden einer GmbH deshalb meistens nur dann gewährt, wenn die Gesellschaft weitere Sicherheiten stellt, zum Beispiel die Gesellschafter zusätzlich persönlich haften (womit die Haftungsbeschränkung der GmbH wieder ausgehebelt wird).

Für die GmbH handelt der Geschäftsführer. Dieser hat gegenüber dem Handelsregister die Firma anzumelden und alle notwendigen Erklärungen für die Firma abzugeben.

Aktiengesellschaft

Die Aktiengesellschaft („AG“) gibt Aktionären die Gelegenheit, sich mit einer Einlage am Firmenvermögen zu beteiligen. Das Vermögen der AG besteht aus den geleisteten Zahlungen der Aktionäre. Die AG wird vom Vorstand vertreten, der vom Aufsichtsrat kontrolliert wird.

Für die Gründung einer AG ist eine notarielle Beurkundung zwingend erforderlich.

Von der weiteren Darstellung der AG wird hier abgesehen, weil – gerade in Niebüll und Umgebung – kaum Aktiengesellschaften existieren.

Stille Gesellschaft

Die stille Gesellschaft wird nicht im Handelsregister eingetragen, sie blüht im verborgenen. Eine notarielle Beurkundung oder Beglaubigung ist nicht zwingend erforderlich; zumindest eine juristische Beratung ist jedoch im Regelfall dringend zu empfehlen.

Limited

Seit einiger Zeit an Bedeutung gewonnen hat die „Ltd.“. Die Gründungsumstände klingen verlockend: Erforderlich ist nur eine Anmeldung beim englischen Zentralhandelsregister in Cardiff, ein Stammkapital braucht nicht eingezahlt zu werden und die Haftung ist eben „limited“.

Soll die Gesellschaft in Form einer deutschen Zweigniederlassung beim deutschen Handelsregister angemeldet werden, so ist eine notarielle Beglaubigung und Anmeldung erforderlich.

Das Ansehen der Limited ist gering. Wer in Form einer Ltd. handelt, gibt damit offen zu erkennen, dass er im Falle einer streitigen Auseinandersetzung über Haftungsfragen den Vertragspartner im Regen stehen lassen will. Bankkredite werden grundsätzlich an eine Ltd. gar nicht erst gewährt. Bevor eine Ltd. als Firmenkonstruktion gewählt wird, sollte also gründlich überlegt werden, ob nicht doch eine deutsche GmbH die bessere Alternative darstellt.